Katze mit grünen Augen

Die Persönlichkeit einer Katze

Wussten Sie, dass Katzen, genau wie Menschen, unterschiedliche Persönlichkeitsmerkmale haben?

28.8.2024

Manche Katzen sind selbstbewusst, mutig und gesellig, andere eher schüchtern, zurückhaltend oder ängstlich. Wie oft haben Sie Ihre Katzen schon als geschwätzig, schelmisch oder „Gewohnheitstiere“ bezeichnet?

In der Wissenschaft setzt sich zunehmend die Erkenntnis durch, dass die Identifizierung der Katzenpersönlichkeiten für die optimale Haltung und das Wohlergehen Ihres Heimtieres unerlässlich ist. Eine auf das Wesen der Katze abgestimmte Pflege und Umgebung verbessert ihre Lebensqualität insgesamt. 

Feline five

Forscher haben im Rahmen einer Studie1 fünf primäre Persönlichkeitsmerkmale von Katzen definiert, bekannt als „Feline Five“, die jeweils zahlreiche, damit verbundene Eigenschaften umfassen. Diese Persönlichkeitsmerkmale, eingestuft in Neurotizismus, Extraversion, Dominanz, Impulsivität und Verträglichkeit sind bei den Katzen unterschiedlich stark ausgeprägt.

Neurotizismus

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Neurotizismus


Katzen mit diesem Persönlichkeitsmerkmal sind unsicher, ängstlich, menschenscheu, misstrauisch und schüchtern.
 

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Extraversion

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Extraversion


Katzen dieser Kategorie sind aktiv, wachsam, neugierig, wissbegierig, erfinderisch und schlau.

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Dominanz

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Dominanz


Eine dominante Katze zeigt ein tyrannisches und aggressives Verhalten anderen Katzen gegenüber.

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Impulsivität

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Impulsivität


Dazu gehört ein unbeständiges, unberechenbares und rücksichtsloses Verhalten.

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Verträglichkeit

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Verträglichkeit


Sie spiegelt jene Katzen wider, die Zuneigung, Sanftheit und Freundlichkeit Menschen und anderen Tieren gegenüber zeigen.

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Jede Katze hat alle diese Merkmale, jedoch in sehr unterschiedlicher Ausprägung. Bei der Beurteilung Ihrer Katze sind die Extreme wichtig und interessant.

Wenn Sie diese erkannt haben, können Sie die Haltung Ihrer Katze so verändern, dass sie ihrer Persönlichkeit entspricht.

Praktische Anwendung

Die folgenden Beispiele2 zeigen Ihnen, wie Sie die Persönlichkeit Ihrer Katze beurteilen und was Sie daraufhin tun können:

Ist Ihre Katze sehr scheu oder gar furchtsam? Dann schaffen Sie ihr zusätzliche Rückzugs- / Versteckmöglichkeiten im Haus / in der Wohnung. Überlegen Sie sich, ob Sie Ihre Katze nach draußen lassen wollen, wo die Gefahr von Kämpfen mit anderen Katzen besteht.

Ist Ihr Tier sehr extravertiert? Sorgen Sie für viele Anreize und zusätzliche Stimulation, damit Ihre Katze sich nicht langweilt. Wenn Sie mit ihr spielen (z. B. mit einer Katzenangel), wird ihr Jagdinstinkt angeregt und sie erhält die dringend benötigte körperliche Aktivität. Wenn Ihre Katze eher das Gegenteil ist, wenig Neugier zeigt, untätig und unaufmerksam ist und Anzeichen von Ungeschicklichkeit zeigt, sollten Sie sie unbedingt von einem Tierarzt/einer Tierärztin untersuchen lassen, da eine Krankheit die Ursache sein kann.

Haben Sie eine extrem dominante Katze? Dann denken Sie nicht im Geringsten daran, einen zweiten Stubentiger ins Haus zu holen.

Beobachten Sie, dass Ihr Stubentiger unberechenbar und rücksichtslos ist? Wenn ja, passen Sie sein Umfeld so an, dass keine möglichen Stressoren vorhanden sind. Holen Sie sich notfalls Rat von einem Tier-Verhaltenstherapeuten oder Katzentrainer. Zeigt Ihre Katze nach den vorgenommenen Veränderungen weniger impulsives Verhalten? Das ist großartig, das Tier fühlt sich jetzt sicherer.

Ist Ihre Katze entspannt im Umgang mit Menschen? Verträgt sie sich gut mit anderen Tieren im Haus? Dann ist sie mit Sicherheit glücklich und zufrieden. Wenn sich diese Eigenschaften plötzlich ändern, (das Tier wird z. B. reizbar oder aggressiv), sollten Sie einen Tierarzt / eine Tierärztin aufsuchen. Ihre Katze könnte Schmerzen haben.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Verständnis der einzigartigen Persönlichkeit Ihrer Katze der Schlüssel für ein harmonisches und erfülltes Zusammenleben ist. Indem Sie ihre besonderen Eigenschaften und Verhaltensweisen erkennen, können Sie eine Umgebung schaffen, in der sie sich sicher, glücklich und ganz sie selbst fühlt - und so eine starke und liebevolle Bindung zwischen Ihnen und Ihrem felinen Begleiter gewährleisten.

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Quellenverweis

1 Litchfield CA, Quinton G, Tindle H, Chiera B, Kikillus KH, Roetman P. The ‘Feline Five’: An exploration of personality in pet cats (Felis catus). PLOS ONE. 2017;12(8):e0183455. doi:10.1371/journal.pone.0183455 
2 Cat personality explained: understanding the Feline Five. Australia’s Science Channel. [accessed 2021 Mar 11]. https://australiascience.tv/vod/cat-personality-explained-understanding-the-feline-five/ 

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